1. Re: Hart wie Mittelmaß

    oder

    Das Papier im Augenblick der Linie – von Frauen, dem Finden und anderen irisierend, gleitenden Übergängen.

    oder:

    Scheiß Empath.

    //Christopher Balassa

    //Felix Adam 

    //Franz Eggenschwiler

    06.04.-18.05

    Bei Felix Adam und Christopher Balassa handelt es sich um Künstler, die ausgehend von

    der Fotografie, versuchen neue Manifestationen bzw. Realitäten im Bild zu finden. Ein

    einfaches Fotografieren reicht keinem von Beiden mehr, die Bilder werden nicht einfach

    nur gemacht, sie werden überdacht und erweitert. Dabei findet jeder für sich eine ganz

    eigene Umgangsweise mit dem Medium, so findet der Eine mit quantitativen und der

    Andere mit qualitativen Transformationsstrategien zu neuen Realitäten des Bildes. Felix

    Adam beschäftigt sich mit konzeptuellen Bedeutungen und Möglichkeiten, die sich durch

    flüchtige Bildträger ergeben. Er stellt Fragen nach der Wertigkeit des Bildes und dessen

    Glaubwürdigkeit durch das Internet. In der Arbeit stilundsymptom wird ebendiese

    Glaubwürdigkeit des Bildes durch einen fluiden Medientransfer erhöht. Dabei erfährt das

    Bild einen kontinuierlichen Medientransfer und durchläuft so multiple Instanzen der

    Manifestation, was für Adam letztlich den Realitätsanspruch des Bildes erhöht.

    Christopher Balassa nutzt seine Fotografien als Grundlage für Übermalungen und

    versucht mit dieser Strategie unsichtbare Realitäten im Bild erfahrbar zu machen. Die

    Motive kommen zum einen aus dem privaten Umfeld des Künstlers oder sind zum

    anderen gesammelt aus Filmstils und Portraits historischer Figuren, dabei ist es

    unerheblich ob es sich um Screenshots handelt die ausgedruckt oder einfach vom Monitor

    abfotografiert sind oder ob es sich um tatsächlich fotografierte Bilder handelt. Alle Bilder

    werden auf Fotopapier entwickelt und mit Aquarellfarbe bearbeitet. Die Fotographien

    werden unter der Farbe erst begraben dann verborgen, wieder gefunden, verwischt, dem

    Zufall ausgesetzt und schließlich fixiert. So versucht er Auratisches, Stimmungen und

    Gefühle im Bild freizulegen und hervorzuheben.

    Einen Gegenpol zu der jungen Kunst des Duos bildet die Sonderschau zu dem Schweizer Ausnahmekünstler und leisen Repro-Pionier Franz Eggenschwiler(1933-2000). In 'Das Papier im Augenblick der Linie' werden überwiegend lithographische Arbeiten aus seinem ersten Hauptwerkkomplex Frauen 1970/71 gezeigt, die er durch komplexe foto-reprografische und drucktechnische Experimente erschuf. Woraus Eggenschwiler präzise Arbeitsprozesse zur Behandlug photomechanisch reproduzierter Fundstücke erarbeitet.

    Felix Adam (*1986 Köln) studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei bei

    Martin Gostner und Freie Kunst bei Peter Piller.

    Christopher Balassa (*1985 Hannover) studierte Freie Kunst an der Hochschule für

    Bildende Künste Braunschweig bei Thomas Virnich und Thomas Rentmeister.

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    Felix Adam and Christopher Balassa are artists who, starting from photography, try to find

    new manifestations or realities in the picture. A simple photographing is no longer enough

    for both, the pictures are not just made, they are re-thought and expanded. Each finds its

    own way of dealing with the medium, so the one with quantitative and the other with

    qualitative transformation strategies to new realities of the image. Felix Adam deals with

    conceptual meanings and possibilities arising from fleeting image carriers. He asks

    questions about the value of the image and its credibility through the Internet. In the work

    stilundsymptom this same credibility of the image is increased by a fluid media transfer. In

    the process, the image experiences a continuous transfer of media and thus passes

    through multiple instances of the manifestation, which ultimately increases Adam's claim to

    reality. Christopher Balassa uses his photographs as the basis for overpainting and tries to

    make invisible realities in the picture tangible with this strategy. On the one hand, the

    motifs come from the private environment of the artist or, on the other hand, they are

    collected from film stills and portraits of historical figures, regardless of whether they are

    screenshots that are printed out or simply photographed by the monitor or if they are

    actually photographed images , All images are developed on photo paper and treated with

    watercolor paint. The photographs are first buried under the color then hidden, found

    again, blurred, exposed to chance and finally fixed. So he tries to auricate and expose

    moods and feelings in the picture. Felix Adam (* 1986 Cologne) studied at the Art

    Academy Düsseldorf Sculpture with Martin Gostner and Free Art with Peter Piller.

    Christopher Balassa (* 1985 Hannover) studied Fine Arts at the University of Fine Arts

    Braunschweig with Thomas Virnich and Thomas Rentmeister.